City Dwellers

Mit Kunst von Yassonas Megoulas, Marilia Kolibiri und Iakovos Volkov
Vernissage: 5. März 18:30-21:30

Wie wir im zeitgenössischen Stadtbild wohnen, das war früh ein wesentliches Thema für Philosophen und reflektierende Architekten, schon lange vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Das städtische Stadtbild ändert sich ständig und erlebt, jeweils zeitgemäß, eine zunehmend präzisere Umsetzung von Konzepten. Dennoch scheinen viele Faktoren, die Aspekte des Themas prägen, als Konstanten zu bleiben.

Die akut sichtbaren Probleme offenbaren Unsicherheit, Stress, Einsamkeit in ihrer dynamischen (psychischen) Wechselwirkungen. Ein dauerhaftes, übergreifendes Hyperproblem bleibt: die Unfähigkeit wirkliche Wohnstätte zu schaffen. Heidegger hat den Begriff des tatsächlichen Wohnens von der bloßen Unterbringung getrennt. In seinen Theorien lebt die Wohnung dort, wo Himmel und Erde nebeneinander existieren und das Göttliche mit den Sterblichen; wo Menschen, die ihre Sterblichkeit erkennen, das Bedürfnis verspüren, eine höhere Macht anzurufen. Im Gegensatz dazu erhebt sich die Stadtlandschaft imposant und bedrohlich und teilt die Punkte von Heideggers Vier-Einigkeit

Der „Künstler“ versucht, „poetisch“ zu leben, Orte zwischen dem kalten und gesichtslosen Raum zu schaffen oder vielmehr aufzudecken.

In ihrer neuen Werkreihe versucht Marilia Kolibiri, eine neue urbane Erzählung zu vermitteln. Sie geht hervor aus einer systematischen Erforschung und Kartierung des Lebens in einer zeitgenössischen Metropole – mit all seinen Folgen. In dieser Erzählung erscheinen die „Bewohner“ entstellt. Menschliche einzelne Körperteile (und Sinnesorgane) werden taub, andere dagegen hyperaktiv. So besitzen die menschenähnlichen Figuren in ihren Gemälden riesige Augen, meist vor Bildschirmen. Zu sehen sind große Finger, Nasen und Ohren, während Beine atrophisch geworden sind. Die Stadt erhebt sich allmächtig. Zwischenzeit wird sie in kleinen Fotos gebannt, die sie verzaubern, freilich aus der Perspektive eines selbst deformierten Betrachters.

In seinem Salon von 1859 beschrieb Charles Baudelaire, was er für „den Maler des modernen Lebens“ hielt. Als er die radikalen Veränderungen des Alltags und des Stadtbilds in einer mitteleuropäischen Hauptstadt betrachtete, hielt er ein neues Malermodell für notwendig. Dieser Maler würde die neue Realität auf eine Weise darstellen, die sowohl ästhetisch als auch informativ für die Bewohner wäre, die nicht in der Lage waren, ihre eigene Situation zu verfolgen. Yassonas Megoulas, nimmt an der Gruppenausstellung Stadtbewohner mit Gemälden teil, die von einer kürzlichen Reise nach Wien inspiriert wurden. Wie ein zeitgenössischer Constantin Guys (Baudelaires Modellmaler) versucht er, einen Eindruck von der Stadt zu gewinnen und widerzuggeben. In einer Ära nach der Postmoderne ist dieser Eindruck eine konzeptuelle Synthese und ein Treffpunkt für europäische Geschichte, Literatur und Kunst.

Der bildende Künstler Iakovos Volkov, der seinen Street Art-Hintergrund auf die nächste Stufe hebt, arbeitet mit gefundenen Materialien, aus denen er eine Palette von Texturen und Farben erstellt. Mit dieser Palette greift er in den öffentlichen Raum ein, der aus seinem materiellen Korpus besteht, und versucht, bereits existierende Kunstwerke zu enthüllen. Die Verwendung architektonischer und insbesondere industrieller Elemente verleiht Volkovs Werken zugleich einen orts- und einen internationalen Charakter. Die von ihm präsentierten Fotografien geben keinen geografischen Hinweis und könnten leicht in Athen, Wien, Berlin oder London aufgenommen worden sein. So kommentieren sie subtil den internationalen Stil und die Einheitlichkeit der Metropolitan-Architektur.

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