Träume und Offenbarungen | Dreams and Revelations

Unsere neue Ausstellung, soeben eröffnet. Bis 08. Mai 2021

Träume können Anstöße geben. Wenn wir sie nicht voreilig als absurde Szenarien beiseiteschieben. Sie erzählen uns verwirrende, scheinbar wirre, Geschichten. In wunderlichen Bildern und surrealen Sequenzen. Sie spiegeln, geheimnisvoll, verdeckte Wünsche, Konflikte und Ängste wider. Sie verlangen nach Deutung. Sie legen Spuren, die zu neuen Einsichten, zu Offenbarungen und besseren Erkenntnissen über uns selbst führen können. Wenn wir die Deutung wagen und den Spuren folgen…

Vier Künstler laden uns dazu ein. Jeweils auf ihre besondere Weise. Allen voran Aleksei Bordusov, bekannt als Aec Interesni Kazki. In der internationalen Urban Art Szene ist er ein Star. Ein Welt-Künstler. Seine Bilder sind allegorisch, märchenhaft. Inspiriert von Mythologie, Archetypen, Spiritualität. Offenbarungen des Unbewussten. Wir freuen uns sehr, erstmals Werke von ihm in Österreich vorstellen zu können.

Drei junge Künstler komplettieren unsere neue Ausstellung: Beáta Hechtová mit schrillen Bildern, voll großer Gefühle. Max Brenner, der Entfremdungen nachspürt, die uns im urbanen Leben zu überwältigen drohen. Camilla Schön – sie lädt uns ein, die Wirkung von Formen und Farben zu erleben, das Unbekannte zu erforschen, statt uns zu binden an das Bekannte und Offensichtliche.    

Aleksei Bordusov

bekannt als Aec Interesni Kazki. Ein einnehmender Surrealist. Seine Bilder sind inspiriert von Mythologie, Archetypen, Kosmologie, Spiritualität. Seine Bilder erzählen geheimnisvolle Geschichten. Mit imaginären Kreaturen. Reich an subtilen Details. Farbenfroh. Spanende Ensemble. Wundersam. Allegorisch. Märchenhaft. So wie sein Künstlername es verspricht: Interesni Kazki wörtlich übersetzt heißt „Interessante Märchen“.

Er arbeitet vornehmlich mit Pinseln und Acrylfarben, sowohl auf freien Wänden als auch im Atelier, auf Leinwänden und Papier mit Acryl-, Aquarell-, Tinten- und Ölfarben. Er betrachtet seine Werke als Gelegenheit, den Geheimnissen unseres Daseins auf die Spur zu kommen und „mystische Gründe des Universums zu verstehen“.

Große Wandgemälde sind von ihm fast überall auf der Welt zu sehen. In Australien, Brasilien, Dänemark, Indien, Italien, Mexico, Norwegen, Portugal, Puerto Rico, Spanien, Südafrika, Süd-Korea, in zahlreichen Bundesstaaten der USA. Aleksei Bordusov alias Aec Interesni Kazki lebt und arbeitet in Kiew, Ukraine.

Beáta Hechtová

In ihren Arbeiten begegnen uns große Gefühle: Freude, Scham, Lust, Gier, Angst und Hoffnung. Sie zeigt uns Szenen aus einem urbanen Leben, das – global – geprägt ist von überwältigenden Erwartungen, dauerndem Wettbewerb und zunehmender Geschwindigkeit in allen Lebensbereichen. Menschen sind dort getrieben von Wünschen nach materiellen Gütern und sie sind immer wieder frustriert, weil sie nicht bekommen, was sie erwarten und worauf sie meinen Anspruch zu haben. Die Bilder berichten von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, in einer Gesellschaft, die Individualisierung preist und Vereinzelung fördert. „Ich zeige hauptsächlich Menschen, hole sie aus ihren Zusammenhängen, zeige absurde Situationen und Konstellationen, in überraschenden Widersprüchen“. Mit kontroversen Symboliken und verwirrenden Perspektiven deute sie auf unterschiedliche, sich gleichzeitig überlappende Realitäten.

Beáta Hechtoá, geboren 1991 in der Tschechischen Republik, lebt seit 2014 in Wien. Sie hat studiert Kunst und Design studiert an der Westböhmischen Universität in Pilsen und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Sie ist eine globale Nomadin, ist viel geeist und hat länger in verschiedenen Ländern gelebt, zum Beispiel in Peru, Spanien und den USA. Ihre unterschiedlichen Lebenswelten scheinen auf auch in ihren Werken – in Gemälden, Drucken und Installationen.

Max Brenner 

Brenner spürt den „Entfremdungen“ nach, denen wir im großstädtischen Leben unterliegen. Für ihn ist das ein individueller und ein gesellschaftlicher Zustand, in dem die Beziehungen zwischen Menschen nach für sie unerkannten Regeln ablaufen. So fällt es ihnen schwer, ihre wahren Bedürfnisse und persönliche Potentiale zu entdecken. Diese Empfindung führt Brenner oft zu scheinbar heiteren, bei genauer Betrachtung aber bedrohlich wirkenden Szenarien. Settings wie aus einem Science Fiction. 

Die Bilder fordern Erkundung. Sie konfrontieren uns mit Orientierungslosigkeit und Reizüberflutung, wie sie uns im wirklichen Leben immer wieder überkommt. Genaue Betrachtung allerdings lässt entdecken und ordnen und hilft, dass wir uns zurechtfinden. Max Brenner arbeitet häufig mit Techniken aus der Druckgrafik, mit Siebdruck oder Tiefdruck. Ständig sucht er nach neuen Zugängen und Techniken. Über erprobte Herangehensweisen will er hinaus, will nicht stecken bleiben in übertragenen Gewohnheiten. Er zeichnet figurativ, fotorealistisch, freilich verfremdet und vermischt seine Werke bisweilen mit abstrakter Malerei. So entwirft er starke Kontraste, grelle, flimmernde Farben, mit Rhythmus, Tiefe und vielfacher Dimensionalität. Betrachter können sich hinein ziehen lassen in detailreiche und komplexe Kompositionen, in oftmals irritierende, unbequeme und mysteriöse Narrative. 

Max Brenner, geboren 1992, aufgewachsen in Südtirol, lebt und arbeitet in Wien. Schon als Kind begann er früh zu malen und zu zeichnen. Seit 2017 studiert er auf der Universität für Angewandte Kunst in der Abteilung Druckgrafik (Leitung Jan Svennungsson).

Camilla Schön

In ihrer Arbeit ist das Experimentieren mit Farben und Formen wesentlich. Es sind dynamische Bilder, voller Bewegung, die von innen heraus strahlen. Sie wollen sich zum Betrachter in Beziehung setzen, laden ein zu persönlichem Erleben und entziehen sich jeglicher allgemeiner Interpretation. In intuitivem Arbeiten schafft sie immer wieder neue Ideen und Überraschungen. 

Für sie ist der Prozess der Radierung einzigartig, „da man letztlich nicht vorhersagen kann, wie das Resultat sein wird“.  Jeder Druck wird so zu einem gewissen Unikat. Ihre Werke sind größtenteils Kaltnadelradierungen mit Carborundum auf Papier. 

Eine wichtige Grundlage ist für sie das serielle Arbeiten. Für sie entsteht dabei „Flow“ – ein Zustand, in dem sie nicht bewusst reflektiert, sondern wahrgenommenen Entwicklungen und Eingebungen folgt und dabei immer wieder neuen Herausforderungen begegnet, die Aufmerksamkeit und Anstrengung erfordern. Sie schafft und löst so innere Spannungszustände und fördert im „Flow“, mit Intuition, die eigene künstlerische Entwicklung und vermittelt in ihren Werken Spannung und Subtilität. Geboren wurde Camilla Schön 1995 in Wien. Seit 2016 studiert sie an der Universität für Angewandte Kunst in der Klasse für Grafik und Druckgrafik von Jan Svenungsson.

Available Art: