Healing Power

WiseTwo – Healing Power
14.7. – 11.9.2021

Masken und Seelen-Spiegel

WiseTwo hält uns Masken vor. Zur Spiegelung unseres Seelenlebens. Um so zu erschließen, was uns bewegt, was wir wollen und wer wir sind.

Masken schmücken und verbergen. Sie lassen Menschen geheimnisvoll erscheinen. Sie können freundlich anlocken oder schrecken und grimmig Furcht einflössen. Sie stellen Gefühle dar und rufen Gefühle hervor. Sie können Weisheit und Macht zum Ausdruck bringen und Schutz und Hoffnung beschwören, wenn Gefahren aufziehen.

Was Masken vermitteln, berührt unser Inneres. Masken gestalten Beziehung. Seit Jahrtausenden. In allen Kulturen. Sie führen uns zu Archetypen des kollektiven Unbewussten.

Schamanen wollen mit Masken Krankheiten heilen, böse Geister vertreiben, Schmerz und Leid lindern, Ahnen und höhere Wesen um Hilfe bitten, um das gegenwärtige Leben besser zu bewältigen.

Wir alle maskieren uns immer wieder. Dazu müssen wir nicht einmal Masken anfertigen. Maskieren können wir uns schon mit dem gewählten Ausdruck unseres Gesichtes. So wollen wir beeinflussen, wie wir von anderen gesehen und bewertet werden. Wir trachten danach, in Rollen zu schlüpfen, uns zu gestalten, um – je nach Situation und Anforderung – möglichst so auf andere zu wirken, wie wir es uns wünschen. Mit solcher Selbst-Maskierung inszenieren wir uns öffentlich. Was wir auf diese Weise darstellen hat J.G. Jung, der Begründer der analytischen Psychologie, als unsere„Persona“ bezeichnet.

WiseTwo führt uns mit tiefgründigen Masken-Bildern zu archaischen Symbolen und Geschichten und zur Selbst-Besinnung. Um Geheimnisse in uns selbst zu entdecken und uns selbst besser zu verstehen und so unser Leben bewusster gestalten zu können.

WiseTwo – Ein Welt-Künstler

Er ist ein Welt-Künstler. Ein globaler Nomade: Bhupi Jethwa, bekannt unter dem Künstlernamen „WiseTwo“. Er ist Kenianer, mit indischen Wurzeln, lebt in Nairobi und hat dort mit seiner künstlerischen Arbeit begonnen.

Seine Bilder sind voller Symbole. Mit Masken und Zeichen. Und Hinweisen auf schamanische Ritualen. Rätselhaft. Geheimnisvoll. Und dann plötzlich ganz klar. Man kann darin, wie er selbst sagt, auch eine Suche sehen, Reflexionen über menschliche Existenz und Kultur in all ihrer Vielfalt. Bildgebung von Ideen, Wissen, Weisheit. Spiegelung von Identität und Zugehörigkeit. Mit seinen Bildern gibt WiseTwo uns Erzählungen, die handeln, in den Themen und Farbgestaltungen, von dem Streben nach Gleichgewicht und Harmonie. Sie sind subtil und kraftvoll, verweisen auf ungebändigte Impulse und auf Meditation, zeigen uns Freude und Schmerz, Leben und Tod.

Für den Betrachter sind es Ermunterung zur Kontemplation – letztendlich zu Überlegungen nach dem Sinn des Lebens. WiseTwo ist ein Wanderer zwischen alten und neueren Welten. Oft verweist sie auf alte Zivilisationen und die unsichtbare Verbindung zwischen Menschen und Kulturen über Zeit und Raum hinweg. Dabei bleibt er ambitioniert, greift soziale und kulturelle Themen auf, wirbt für Toleranz und Menschlichkeit, fordert Auseinandersetzung über Zustände und Haltungen, die diesen Werten entgegenstehen.

WiseTwo – der Künstlername zeigt Anspruch und Selbst-Ironie. „Wise“ soll die Suche nach Weisheit (wisdom) zum Ausdruck bringen. „Two“ drückt Demut aus. Denn niemand ist „der Weise“ – „the Wise One“. Der Weg ist das Ziel – als ständiges Bemühen.

Unter Anderen

Positionen von Philipp Renda – Eine kleine Intervention zur Zeit

16.6.-10.7.2021
AG18 – Urban Art Gallery
Annagasse 18, 1010 Wien

Was haben diese Menschen zu verbergen? Vor anderen und vor sich selbst. Welche Beziehung suchen, welche scheuen sie? Diese Fragen wecken die Zeichnungen von Philipp Renda in uns. Wir sehen einzelne Personen. Uns verhalten zugewandt. Reserviert. Einzelne –  Vereinzelte? Individualität verspricht Freiheit. Doch wie sehr treibt sie in Individualismus und wie sehr Individualismus in Vereinzelung?

Nach dem sich die Corona-Restriktionen lockern, können wir uns im urbanen Leben wieder mitnehmen lassen von geschäftigem Treiben. Ohne selbst viel dazutun zu müssen. Schon das Dabeisein stimuliert Lebensgeister, schafft Möglichkeiten von Gemeinschaft. Allerdings, ohne dass wir sagen könnten, wie zuverlässig sie ist. Es besteht die Gefahr, sich als Einzelner in ihr zu verlieren. Besonders, wenn eigene Empfindungen und Gefühle nicht aufmerksam wahrgenommen werden. Dann nämlich lässt sich keine intakte Beziehung herstellen.

Eine Einladung zu Perspektivwechseln. Verbunden mit der Frage, wer beobachtet hier wen. Wenn wie Rendas Zeichnungen von Raben oder Hirschen anschauen. Tiere, so der Künstler, verbergen ihre Gefühle nicht. Sie zeigen sie unmittelbar. Sie machen uns vor, wie. Rendas Tier-Zeichnungen können uns anregen, Gefühle besser wahrzunehmen – und zum Ausdruck zu bringen. Um so beziehungsfähiger zu werden. 

Seine Zeichnungen und großformatige Leinwände sind poetische Positionen. Dargeboten mit feinen, aber nicht zarten, eher mit kräftigen Strichen. Reduktionen auf das Wesentliche.

Geboren wurde Renda 1989 in München. Er studierte von 2010 bis 2016 bildende Kunst in der KLasse für Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zunächst unter Prof. Siegbert Schenk, dann unter Prof. Jan Svenungson.

Dreams and Revelations

Träume und Offenbarungen | Dreams and Revelations

Unsere neue Ausstellung, soeben eröffnet. Bis 14.6.2021

Träume können Anstöße geben. Wenn wir sie nicht voreilig als absurde Szenarien beiseiteschieben. Sie erzählen uns verwirrende, scheinbar wirre, Geschichten. In wunderlichen Bildern und surrealen Sequenzen. Sie spiegeln, geheimnisvoll, verdeckte Wünsche, Konflikte und Ängste wider. Sie verlangen nach Deutung. Sie legen Spuren, die zu neuen Einsichten, zu Offenbarungen und besseren Erkenntnissen über uns selbst führen können. Wenn wir die Deutung wagen und den Spuren folgen…

Vier Künstler laden uns dazu ein. Jeweils auf ihre besondere Weise. Allen voran Aleksei Bordusov, bekannt als Aec Interesni Kazki. In der internationalen Urban Art Szene ist er ein Star. Ein Welt-Künstler. Seine Bilder sind allegorisch, märchenhaft. Inspiriert von Mythologie, Archetypen, Spiritualität. Offenbarungen des Unbewussten. Wir freuen uns sehr, erstmals Werke von ihm in Österreich vorstellen zu können.

Drei junge Künstler komplettieren unsere neue Ausstellung: Beáta Hechtová mit schrillen Bildern, voll großer Gefühle. Max Brenner, der Entfremdungen nachspürt, die uns im urbanen Leben zu überwältigen drohen. Camilla Schön – sie lädt uns ein, die Wirkung von Formen und Farben zu erleben, das Unbekannte zu erforschen, statt uns zu binden an das Bekannte und Offensichtliche.    

Aleksei Bordusov

bekannt als Aec Interesni Kazki. Ein einnehmender Surrealist. Seine Bilder sind inspiriert von Mythologie, Archetypen, Kosmologie, Spiritualität. Seine Bilder erzählen geheimnisvolle Geschichten. Mit imaginären Kreaturen. Reich an subtilen Details. Farbenfroh. Spanende Ensemble. Wundersam. Allegorisch. Märchenhaft. So wie sein Künstlername es verspricht: Interesni Kazki wörtlich übersetzt heißt „Interessante Märchen“.

Er arbeitet vornehmlich mit Pinseln und Acrylfarben, sowohl auf freien Wänden als auch im Atelier, auf Leinwänden und Papier mit Acryl-, Aquarell-, Tinten- und Ölfarben. Er betrachtet seine Werke als Gelegenheit, den Geheimnissen unseres Daseins auf die Spur zu kommen und „mystische Gründe des Universums zu verstehen“.

Große Wandgemälde sind von ihm fast überall auf der Welt zu sehen. In Australien, Brasilien, Dänemark, Indien, Italien, Mexico, Norwegen, Portugal, Puerto Rico, Spanien, Südafrika, Süd-Korea, in zahlreichen Bundesstaaten der USA. Aleksei Bordusov alias Aec Interesni Kazki lebt und arbeitet in Kiew, Ukraine.

Beáta Hechtová

In ihren Arbeiten begegnen uns große Gefühle: Freude, Scham, Lust, Gier, Angst und Hoffnung. Sie zeigt uns Szenen aus einem urbanen Leben, das – global – geprägt ist von überwältigenden Erwartungen, dauerndem Wettbewerb und zunehmender Geschwindigkeit in allen Lebensbereichen. Menschen sind dort getrieben von Wünschen nach materiellen Gütern und sie sind immer wieder frustriert, weil sie nicht bekommen, was sie erwarten und worauf sie meinen Anspruch zu haben. Die Bilder berichten von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, in einer Gesellschaft, die Individualisierung preist und Vereinzelung fördert. „Ich zeige hauptsächlich Menschen, hole sie aus ihren Zusammenhängen, zeige absurde Situationen und Konstellationen, in überraschenden Widersprüchen“. Mit kontroversen Symboliken und verwirrenden Perspektiven deute sie auf unterschiedliche, sich gleichzeitig überlappende Realitäten.

Beáta Hechtoá, geboren 1991 in der Tschechischen Republik, lebt seit 2014 in Wien. Sie hat studiert Kunst und Design studiert an der Westböhmischen Universität in Pilsen und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Sie ist eine globale Nomadin, ist viel geeist und hat länger in verschiedenen Ländern gelebt, zum Beispiel in Peru, Spanien und den USA. Ihre unterschiedlichen Lebenswelten scheinen auf auch in ihren Werken – in Gemälden, Drucken und Installationen.

Max Brenner 

Brenner spürt den „Entfremdungen“ nach, denen wir im großstädtischen Leben unterliegen. Für ihn ist das ein individueller und ein gesellschaftlicher Zustand, in dem die Beziehungen zwischen Menschen nach für sie unerkannten Regeln ablaufen. So fällt es ihnen schwer, ihre wahren Bedürfnisse und persönliche Potentiale zu entdecken. Diese Empfindung führt Brenner oft zu scheinbar heiteren, bei genauer Betrachtung aber bedrohlich wirkenden Szenarien. Settings wie aus einem Science Fiction. 

Die Bilder fordern Erkundung. Sie konfrontieren uns mit Orientierungslosigkeit und Reizüberflutung, wie sie uns im wirklichen Leben immer wieder überkommt. Genaue Betrachtung allerdings lässt entdecken und ordnen und hilft, dass wir uns zurechtfinden. Max Brenner arbeitet häufig mit Techniken aus der Druckgrafik, mit Siebdruck oder Tiefdruck. Ständig sucht er nach neuen Zugängen und Techniken. Über erprobte Herangehensweisen will er hinaus, will nicht stecken bleiben in übertragenen Gewohnheiten. Er zeichnet figurativ, fotorealistisch, freilich verfremdet und vermischt seine Werke bisweilen mit abstrakter Malerei. So entwirft er starke Kontraste, grelle, flimmernde Farben, mit Rhythmus, Tiefe und vielfacher Dimensionalität. Betrachter können sich hinein ziehen lassen in detailreiche und komplexe Kompositionen, in oftmals irritierende, unbequeme und mysteriöse Narrative. 

Max Brenner, geboren 1992, aufgewachsen in Südtirol, lebt und arbeitet in Wien. Schon als Kind begann er früh zu malen und zu zeichnen. Seit 2017 studiert er auf der Universität für Angewandte Kunst in der Abteilung Druckgrafik (Leitung Jan Svennungsson).

Camilla Schön

In ihrer Arbeit ist das Experimentieren mit Farben und Formen wesentlich. Es sind dynamische Bilder, voller Bewegung, die von innen heraus strahlen. Sie wollen sich zum Betrachter in Beziehung setzen, laden ein zu persönlichem Erleben und entziehen sich jeglicher allgemeiner Interpretation. In intuitivem Arbeiten schafft sie immer wieder neue Ideen und Überraschungen. 

Für sie ist der Prozess der Radierung einzigartig, „da man letztlich nicht vorhersagen kann, wie das Resultat sein wird“.  Jeder Druck wird so zu einem gewissen Unikat. Ihre Werke sind größtenteils Kaltnadelradierungen mit Carborundum auf Papier. 

Eine wichtige Grundlage ist für sie das serielle Arbeiten. Für sie entsteht dabei „Flow“ – ein Zustand, in dem sie nicht bewusst reflektiert, sondern wahrgenommenen Entwicklungen und Eingebungen folgt und dabei immer wieder neuen Herausforderungen begegnet, die Aufmerksamkeit und Anstrengung erfordern. Sie schafft und löst so innere Spannungszustände und fördert im „Flow“, mit Intuition, die eigene künstlerische Entwicklung und vermittelt in ihren Werken Spannung und Subtilität. Geboren wurde Camilla Schön 1995 in Wien. Seit 2016 studiert sie an der Universität für Angewandte Kunst in der Klasse für Grafik und Druckgrafik von Jan Svenungsson.

BEYOND DYSTOPIA

BEYOND DYSTOPIA

hopeful and catastrophic futures of public spaces & cities

Eröffnung: 09. 12.2020, 15-20 Uhr
Ausstellungsdauer: 09.12.2020 – 01.02.2021

Teilnehmende Künstler:
Linda Steiner / Käthe Löffelmann / Mariella Lehner / moiz / Colin ‚Toyz‘ Linde / HNRX / David Leitner / NDZW / JAKOB der Bruder/ Golif / FATI

Kuriert von:
AG18 Urban Art Gallery and Improper Walls

Wieder zeigen wir junge ÖsterreicherInnen, wie zu Ende des vergangenen Jahres. Damals schrieb das Wirtschaftsmagazin „Trend“ über unsere Ausstellung: „Urban Art at ist best“. Das können wir Ihnen mit BEYOND DYSTOPIA auch dieses Mal bieten.  Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsarbeit Improper Walls und der AG18 Urban Art Gallery, in unseren Räumen in der Annagasse 18. 

Geleitet hat uns dabei die Frage: Wie kann sich eine globalisierte und mobile Generation, die die Welt bereist, um Erfahrungen und Anregungen zu sammeln, die städtische Zukunft vorstellen? BEYOND DYSTOPIA ist ein offener künstlerischer Diskurs über hoffnungsvolle und (leider auch) katastrophale Zukunftsaussichten. Dieser Blick in die Zukunft könnte uns veranlassen, unsere Haltung und unser Verhalten zu ändern. Um so für eine bessere Zukunft zu sorgen. Zukunftsbilder könnten, wie Richard A. Slaughter meinte, „symbolische Anziehungskraft“ ausüben und als „‘Magnete‘ für die Realisierung von Möglichkeiten fungieren, die derzeit verdeckt sind. “

Hope

HOFFNUNG, HOPE, ESPOIR, ESPERANZA, מקווה

Mit Kunst von Boicut, Johanna Braun, Max Brenner, C-Line, Maya Gelfman, Renato Hunto, Moiz, Pichardo, Tanja Prušnik und Phillip Renda.

Den Anstoß gab David Hockney. Mit seiner Bemerkung, dass er nicht wisse, ob Kunst die Welt verändern könne. Er wisse allerdings, aus eigener Erfahrung, dass Kunst helfen könne gegen Verzweiflung. Damit sagt Hockney: Kunst kann Hoffnung geben. Befreit sich von konditionierten Denk- und Darstellungsmustern. Sie überrascht, zeigt neue Perspektiven, inspiriert, regt zu neuen Erkenntnissen an, weist somit Wege aus empfundener Ausweglosigkeit. Kunst schafft so Zuversicht. Sie macht Mut und gibt Lebensfreude.

Deshalb haben wir Künstler, mit denen wir zusammenarbeiten, gebeten, für eine AG 18-Ausstellung ein Werk zu schaffen, das für sie Hoffnung ausdrückt und so womöglich auch anderen Hoffnung geben kann.

Kunst bildet Wirklichkeit nicht ab. Sie zeigt, wie ein Künstler/eine Künstlerin Wirklichkeit empfindet und wie Wirklichkeit gestaltet werden könnte. Kein Gemälde ist Dokumentation. Selbst der sogenannte Foto-Realismus ist Gestaltung. Interpretation. Eine persönliche Aussage über die Wirklichkeit. Kunst ist, wie Gerhard Richter, sagte „Sinngebung, Sinngestaltung“ und somit „die höchste Form von Hoffnung“.

Die Zugänge, die wir ausstellen, sind sehr persönlich und sehr offenherzig. Hoffnung gedeiht mit Neugier, Offenheit und – in Gemeinschaft – Toleranz. Die Bilder, jedes für sich, sind Aussage und Angebot. Weil sie uns etwas mitzuteilen haben.

Die Bilder und Installationen der Ausstellung laden ein zu genauer Betrachtung. Sie führen uns nicht in Traumwelten. Sie gaukeln uns keine einfachen Lösungen vor. Sie setzen nicht auf Suggestion oder Autosuggestion. Sie appellieren nicht an Glauben und versprechen uns nicht Erlösung durch Glauben. Sie zeigen uns verschiedene Facetten des Lebens, auf unterschiedliche Ebenen, und hinterfragen immer auch, was wir erhoffen. So bieten sie uns Besinnung und dadurch neue Hoffnung. Ganz im Sinne von David Hockney.

Hoffnung heißt: Zuversicht haben, dass die Zukunft gut wird, eintrifft, was wir uns wünschen und worum wir uns bemühen. Hoffnung ist getragen von Erwartungen. Dass wir Mittel und Wege finden, um Schwierigkeiten zu überwinden und gesetzte Ziele zu erreichen. Hoffnung ist nicht Gewissheit. Sie schließt Zweifel, Sorge und Angst nicht aus, aber sie lässt solchen Gefühlen nicht allen Raum. Hoffnung spendet Trost und gibt Energie. Sie stärkt Ausdauer und Widerstandskraft. Sie schützt uns davor, von Passivität vereinnahmt zu werden. In Passivität geben wir unsere Bemühungen, zu ändern, was uns bedrückt. Wir glauben nicht mehr daran, Ziele erreichen zu können. Hoffnung löst uns von der Fixierung auf Bedrohung und Gefahr. Sie hilft uns, den Blick zu erweitern, die Perspektive zu wechseln, Einschätzungen zu ändern, Handlungs-Möglichkeiten und Ressourcen zu entdecken, mit denen Probleme zu bewältigen sind. Hoffnung ist ein Gefühl. Es kann jedoch gespeist werden aus vernünftigen Einsichten. So ist sie begründet. Hoffnung gibt die Kraft, etwas zu erreichen, das ohne Hoffnung nicht zu erreichen ist.

Bei Illusionen gibt es nur fadenscheinig Begründungen. Sie züchten Fantasien, Wunschträume. Aber tatsächlich gibt es keinen Weg, um zu dem gewünschten Ziel zu gelangen. Man kann nichts Praktisches dafür tun. Man mag sich vorstellen, dass beten hilft. Das freilich setzt den Glauben an ein höheres oder überhaupt an höhere Wesen voraus, die unser Schicksal in der Hand haben. Agnostiker schließen deren Existenz nicht kategorisch aus, würden aber keine Instanz anflehen, deren Bestehen für sie ungewiss ist. Atheisten hielten dies freilich für völlig sinnlos. Hoffnung hegen sie allerdings. 

Hoffnung ist das Gegenteil von Verzweiflung. Zu verzweifeln bedeutet, jede Hoffnung fahren zu lassen, sich machtlos, also mutlos und hilflos zu fühlen. Nichts inspiriert. Nichts erfreut. Hilflosigkeit mündet in Ziellosigkeit, Resignation und schließlich Depression. Hoffnung können wir somit, in Anlehnung an Ernst Bloch und in Abgrenzung zu Nietzsche, zum Prinzip erklären – sie sagt ja zum Leben und ergibt sich nicht der Qual.

Michael Schmitz, AG18

C-unst Masken und sledi_spuren: Die Künstlerin Tanja Prušnik nutzte die zurückgezogene Zeit im Atelier für ein aktuell-relevantes Kunstprojekt. Ihre C-unst Masken entstanden aus der Reaktion auf eine Anfrage nach künstlerisch gestalteten Masken. Die Idee zu den Falt-Unikaten kam ihr bei der Betrachtung eines ca. neun Monate zurückliegenden Kunstprojektes: Der von ihr gestalteten Rosenserviette Edition 14/edicija 14 – eine von Ihr gestaltete Papierserviette deren Nutzung jedem individuell überlassen war – von Serviette bis Sammelobjekt. Dass eine Serviette den Bezug zum nunmehr zu verdeckenden Gesichtsteil herstellt war naheliegend.

Die verbliebenen Exemplare verarbeitete Prušnik nun zu individuellen Masken. „Ich beschäftige mich seit langem mit durch die Origami-Technik inspirierte Faltungen. Zum Einsatz kam diese bereits 2015 bei der Kleinserie Manga. Durch einzigartige Biegungen, Knicke und Falze, wird aus einem Multiple ein Unikat. Keine Maske hat dieselben Faltungen.“, so die Künstlerin. Jetzt sind die Masken ein Werk in einem entsprechenden, dazugehörigen Objektkasten.

Tanja Prušnik

City Dwellers

Mit Kunst von Yassonas Megoulas, Marilia Kolibiri und Iakovos Volkov
Vernissage: 5. März 18:30-21:30

Wie wir im zeitgenössischen Stadtbild wohnen, das war früh ein wesentliches Thema für Philosophen und reflektierende Architekten, schon lange vor der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Das städtische Stadtbild ändert sich ständig und erlebt, jeweils zeitgemäß, eine zunehmend präzisere Umsetzung von Konzepten. Dennoch scheinen viele Faktoren, die Aspekte des Themas prägen, als Konstanten zu bleiben.

Die akut sichtbaren Probleme offenbaren Unsicherheit, Stress, Einsamkeit in ihrer dynamischen (psychischen) Wechselwirkungen. Ein dauerhaftes, übergreifendes Hyperproblem bleibt: die Unfähigkeit wirkliche Wohnstätte zu schaffen. Heidegger hat den Begriff des tatsächlichen Wohnens von der bloßen Unterbringung getrennt. In seinen Theorien lebt die Wohnung dort, wo Himmel und Erde nebeneinander existieren und das Göttliche mit den Sterblichen; wo Menschen, die ihre Sterblichkeit erkennen, das Bedürfnis verspüren, eine höhere Macht anzurufen. Im Gegensatz dazu erhebt sich die Stadtlandschaft imposant und bedrohlich und teilt die Punkte von Heideggers Vier-Einigkeit

Der „Künstler“ versucht, „poetisch“ zu leben, Orte zwischen dem kalten und gesichtslosen Raum zu schaffen oder vielmehr aufzudecken.

In ihrer neuen Werkreihe versucht Marilia Kolibiri, eine neue urbane Erzählung zu vermitteln. Sie geht hervor aus einer systematischen Erforschung und Kartierung des Lebens in einer zeitgenössischen Metropole – mit all seinen Folgen. In dieser Erzählung erscheinen die „Bewohner“ entstellt. Menschliche einzelne Körperteile (und Sinnesorgane) werden taub, andere dagegen hyperaktiv. So besitzen die menschenähnlichen Figuren in ihren Gemälden riesige Augen, meist vor Bildschirmen. Zu sehen sind große Finger, Nasen und Ohren, während Beine atrophisch geworden sind. Die Stadt erhebt sich allmächtig. Zwischenzeit wird sie in kleinen Fotos gebannt, die sie verzaubern, freilich aus der Perspektive eines selbst deformierten Betrachters.

In seinem Salon von 1859 beschrieb Charles Baudelaire, was er für „den Maler des modernen Lebens“ hielt. Als er die radikalen Veränderungen des Alltags und des Stadtbilds in einer mitteleuropäischen Hauptstadt betrachtete, hielt er ein neues Malermodell für notwendig. Dieser Maler würde die neue Realität auf eine Weise darstellen, die sowohl ästhetisch als auch informativ für die Bewohner wäre, die nicht in der Lage waren, ihre eigene Situation zu verfolgen. Yassonas Megoulas, nimmt an der Gruppenausstellung Stadtbewohner mit Gemälden teil, die von einer kürzlichen Reise nach Wien inspiriert wurden. Wie ein zeitgenössischer Constantin Guys (Baudelaires Modellmaler) versucht er, einen Eindruck von der Stadt zu gewinnen und widerzuggeben. In einer Ära nach der Postmoderne ist dieser Eindruck eine konzeptuelle Synthese und ein Treffpunkt für europäische Geschichte, Literatur und Kunst.

Der bildende Künstler Iakovos Volkov, der seinen Street Art-Hintergrund auf die nächste Stufe hebt, arbeitet mit gefundenen Materialien, aus denen er eine Palette von Texturen und Farben erstellt. Mit dieser Palette greift er in den öffentlichen Raum ein, der aus seinem materiellen Korpus besteht, und versucht, bereits existierende Kunstwerke zu enthüllen. Die Verwendung architektonischer und insbesondere industrieller Elemente verleiht Volkovs Werken zugleich einen orts- und einen internationalen Charakter. Die von ihm präsentierten Fotografien geben keinen geografischen Hinweis und könnten leicht in Athen, Wien, Berlin oder London aufgenommen worden sein. So kommentieren sie subtil den internationalen Stil und die Einheitlichkeit der Metropolitan-Architektur.

DRINNEN

Junge Wiener Künstler*Innen in der AG18 Urban Art Gallery

In Straßen sind ihre großen Wandgemälde zu sehen. In Wien. In vielen anderen Städten, weltweit: Perkup, Ruin, Friend, die Rip-Off Crew – Katharina Löffelman, Mariela Lehner und Linda Steiner, David Leitner, Moiz, Boicut, Skirl. Zusätzlich Johanna Braun. In der Szene sind sie international bekannte und anerkannte Künstler.

In Wien haben sie unter dem Titel „Takeover – Streetart“ vergangenen Sommer spektakulär das ausgeräumte „Wien Museum“ gestaltetet und einen Besucher-Ansturm ausgelöst.

Jetzt sind diese Künstler*Innen in einer großen Ausstellung in der AG18 Urban Art Gallery zu sehen – in neuer Weise, mit Arbeiten auf Leinwand und Papier, mit Gestaltung der Galerie-Räume. Ihre Kunst ist mehr als „Streetart“ – über die Straße geht sie weit hinaus. Sie eröffnet neue Perspektiven und Sichtweisen. Sie lädt ein zu Weitblick – zu weitem Blick.

Dabei sind von uns auf der Akademie für Angewandte Kunst entdeckte Talente wie Camila Schön und Max Brenner.

Die AG18 Urban Art Gallery zeigt mit DRINNEN eine große Gesamtschau der spannendsten Wiener Künstler aus dem Genre „Urban Art“. Zu sehen sind vielfältige, varianten-reiche künstlerische Arbeiten, großes handwerkliches Können, ansteckende Frische und Beherztheit.

Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 22. Februar 2020.

Figures & Faces

Enrique Pichardo Egea

Enrique Pichardo Egea ist ein zeitgenössischer mexikanischer Expressionist. Er malt Gesichter und Figuren eindringlich, wunderlich, in magischen Ensembles, farbenfroh, fröhlich, eigenwillig verzerrt, geheimnisvoll. In seinen Bildern finden wir vielfältige Reminiszenzen sowohl an berühmte mexikanische Maler wie Rufino Tamayo, Francisco Toledo und Rodolfo Morales als auch an mexikanische Geschichte mit Symbolen der präkolumbianischen Zeit. Zu entdecken sind ebenso Einflüsse europäischer Künstler wie Picasso, Miro und A.R. Penck.
Pichardo kombiniert diese Elemente in eigener Weise, unbefangen, originell, überraschend. So lädt er uns ein, Sehweise, Perspektive und Fokussierung immer wieder zu ändern, uns selbst immer wieder mit dem Unerwarteten zu verblüffen.
Enrique Pichardo Egea wurde am 17. April 1973 in Mexico City geboren. Dort lebt und arbeitet er auch heute. Er besuchte die renommierte nationale Schule für Malerei, Skulptur und Gravur mit dem Namen „La Esmeralda“ (ENPEG) und hat international ausgestellt, in Barcelona und Miami.

Renato Hunto

Renato Hunto entdeckte sehr früh seine Leidenschaft für Malerei. Pablo Picasso übte großen Einfluss auf ihn aus. Hunto erinnert sich: „Ein Band über Picasso war das einzige Buch, das ich in meinem Haus hatte, und es war das einzige, das ich in meiner Kindheit lesen konnte.“
Hunto begann um 1997 mit Graffiti, war unterwegs in der HipHop-Szene und trat auf als Breakdancer. Die meisten seiner frühen Arbeiten waren „streetart“ und illegal – Buchstaben und einfache Formen von Schriftzügen. Mit seinem Stil orientierte er sich mehr und mehr am Kubismus, behielt sein Grafitti-Repertoire jedoch bei. So entwickelte er einen unverkennbaren Stil, der auf kühnen Formen und auffälligen Farbkombinationen basiert.
Familie, Liebe und menschliche Beziehung sind seine häufigsten Themen, aber nicht immer gibt es eine eindeutige Botschaft dahinter. Huntos Bilder zielen auf freie Assoziation. Ein für ihn wichtiges Thema ist Sexualität und intimes Miteinander. „Sex ist schön, es ist sowohl im wirklichen Leben als auch als Thema hinter Kunstwerken zu sehen“
Neben den Outdoor-Arbeiten begann er im Jahr 2006 mit der Herstellung von Leinwänden. Geboren wurde er 1982 in Brindisi. Seit über zehn Jahren lebt er in London.

Hazul

Hazul ist einer der herausragenden portugiesischen Künstler in Genre Urban Art. Er ist Autodidakt, begann 1997 in seiner Heimatstadt Porto mit ersten Arbeiten im öffentlichen Raum, damals unter dem Pseudonym Pong 02, in einer Zeit, in der er die Hip-Hop- und Graffiti-Bewegung entdeckt. Das Zeichnen von Briefen war das Hauptaugenmerk für einige Jahre, aber mit der Zeit begann er andere Wege zu erkunden.
Ab 2008, nachdem er eine Sprache konsolidiert und einen objektiven Weg für seine Arbeit eingeschlagen hat, nahm er den Namen Hazul an. Seither sind seine Kreationen bestimmt von Symbolen. Es sind Bilder mit traumähnlicher Dimension, in der er die Beziehung zwischen dem Organischen und dem Geometrischen, zwischen Wesen und Objekten oder zwischen dem Materiellen und dem Ätherischen darstellt. Die starken Linien heben das Design von geordneten und manchmal schwebenden Flecken ab. Es gibt Einflüsse der primitiven Kunst, von alten Zivilisationen oder Stammesvölkern, was zu einer universellen und zeitlosen Sprache und Ausdruck führt. Seine Arbeit hat immer noch die Straße als Hauptszenario. Hazul führt so die Korrespondenz zwischen verschiedenen Welten, Welten im Hier und Jetzt und den Welten der Vorfahren. Außer Wänden im öffentlichen Raum benutzt Hazul Leinwand, Papiere und Fundstücke als Mittel der Gestaltung. Der Bürgermeister von Porto hat in 2019 zum Beauftragten der Stadt für streetart ernannt. Porto anerkennt und schätzt wert, dass diese Kunst das Leben bereichert.

PerkUp & Ruin: Double Trouble

PERKUP und RUIN gehören zu den markantesten jungen Künstlern Österreichs. Beide haben in Österreich und international mit phantastischen Wandgemälden Beachtung gefunden. Sie gelten als renommierte „Street Artist“, aber lassen sich nicht allein in dieses Genre festlegen. Mit ihrer Kreativität und Vielfalt sprengen sie die Kunst und die Wahrnehmung von Kunst einengende Kategorien.    

Auftreten werden zwei Individualisten mit sehr eigenen Zugängen und Darstellungen. Gemeinsam gestalten sie die Räume der AG18 Urban Art Gallery. Sie werden die Galerie-Wände bemalen und in die Gestaltung der Räume eigene Arbeiten auf Leinwand und Papier integrieren. „Double Trouble“ als Gesamt-Kunstwerk.